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Der Knigge fürs Büro
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Berlin (dpa/tmn) Die Straße ist ihr Zuhause: Brummifahrer sind ständig auf Achse. In ihrer Führerkabine sind sie dabei viel allein. Und für Fernfahrerromantik bleibt eher wenig Platz. Azubis mit technischem und kaufmännischem Verstand haben aber gute Jobaussichten.
Während Lastwagenfahrer viel allein unterwegs sind, haben Busfahrer nicht selten eine laute Schulklasse im Rücken. (Bild: WBO/dpa/tmn)
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Anna Maihoff war früh klar, dass sie eines Tages mit dem Lastwagen weite Touren fahren wollte. «Als Kind bin ich mal bei einem Bekannten in einem Autotransporter mitgefahren. Da ist der Funke sofort übergesprungen», erzählt die 19-Jährige. Heute steuert die angehende Berufskraftfahrerin aus Bremen ihren 40-Tonner souverän durch die Straßen. «Man muss Spaß daran haben, mit dem Lkw rumzufahren», sagt sie.
Dass gerade im Fernverkehr die enge Fahrerkabine ein zweites Zuhause wird und man die Familie höchstens am Wochenende sieht - das ist der Preis für den Traum von der großen, weiten Welt. Dafür haben Berufseinsteiger nach Einschätzung von Branchenvertretern langfristig gute Perspektiven. Das Personal in vielen Speditionen und Busunternehmen sei überaltert, sagt Holger Brätsch von der Ausbildungspartnerschaft Berufskraftfahrer in Bremerhaven. «Der Mangel an qualifiziertem Fachpersonal ist schon jetzt extrem groß.»
Am Anfang der Ausbildung steht eine grundsätzliche Entscheidung: Lastwagenfahrer oder Busfahrer? Die dreijährige Ausbildung ist ähnlich - trotzdem ist es später nicht ganz einfach, zwischen den Sparten zu wechseln. Am deutlichsten wird der Unterschied bei den Arbeitsbedingungen. Während Lastwagenfahrer meist allein unterwegs sind und ihre Fracht ans Ziel bringen, haben Busfahrer nicht selten eine lärmende Schulklasse im Rücken.
Die Aufgaben sind ähnlich: Ob man Waren von Hamburg nach Stuttgart bringt oder einen Linienbus durch den Stadtverkehr lenkt: Berufskraftfahrer sitzen den ganzen Tag hinterm Steuer. Sicher und kraftstoffsparend zu fahren, ist das Wichtigste. Aber man muss auch kleine Pannen selbst beheben können und kaufmännisches Verständnis haben, sagt Wolfgang Steinbrück, Präsident des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer in Berlin. Nur den richtigen Führerschein zu haben, reiche schon lange nicht mehr aus. Busfahrer seien heute in erster Linie Servicekräfte. «Fahrscheine verkaufen, Auskunft über Anschlussverbindungen geben, das Gepäck verfrachten oder für Getränkenachschub sorgen - das gehört genauso dazu.»
Auch Lastwagenfahrer werden immer stärker zu serviceorientierten Dienstleistern: Bei den Kunden ist der Fahrer selbst für die Abwicklung der Lieferung verantwortlich. Den Frachtbrief stellt er am Laptop selbst zusammen. Wenn Ware beschädigt ist oder etwas fehlt, muss er das Problem lösen. Deshalb müssen Berufskraftfahrer auch kaufmännisch fit sein.
Derzeit verdienen Azubis zwischen 490 und 710 Euro im Monat. Später bekommen Berufskraftfahrer nach Angaben des bayerischen Arbeitsministeriums im Schnitt 1844 Euro brutto.
Viele Speditionen und Busunternehmen nehmen nur Bewerber, die mindestens 17,5 Jahre alt sind. In den ersten Monaten haben sie Zeit, ihren Lastwagen- oder Busführerschein zu machen. Danach geht es hinters Lenkrad. «Erstmal werden die Auszubildenden in Begleitung eines erfahrenen Ausbildungsfahrers Touren im Nahverkehr kriegen, und das wird später gesteigert», erzählt Brätsch. Ins Ausland dürfen Lehrlinge nicht geschickt werden, solange sie unter 21 sind.
Im Busverkehr sind die Regeln noch strenger: Zwar dürfen Azubis ihren Führerschein schon mit 18 machen - nicht wie sonst erst mit 21. Allerdings dürfen sie dann erstmal nur auf bis zu 50 Kilometer langen Linien hinters Steuer, erklärt Steinbrück.
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