Ferienregion Emsland kommt nach Dortmund
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Kapstadt (dpa) Kapstadt teilt das Los vieler Schönheiten: bewundert, beneidet, begehrt, umworben - aber letztendlich nicht geliebt, zumindest nicht in Südafrika.
Ein Blick auf das Green-Point-Stadion an der Küste von Kapstadt.
«Vergnügungs- und Rentnerparadies», «Afrikas Cote'd Azur» oder «Touristenrummel» lauten die lästerlichen Bemerkungen in der Metropole Johannesburg, wenn es um die Stadt zu Fuße des majestätischen Tafelbergs und ihren nahen Traumstränden geht. Dabei hat Kapstadt heute wie schon in der Geschichte eine enorme politische, wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung für Südafrika und den ganzen Kontinent. Aber ohne Zweifel: Hier lässt es sich leben.
«Mutterstadt» nennen sie die weißen Einwohner liebevoll, schließlich ist Kapstadt die älteste koloniale Siedlung Südafrika. «Hier begann die schicksalhafte Verschmelzung der Völker Afrikas, Europas und Asiens», formulierte Ex-Präsident Nelson Mandela bei seiner Amtseinführung 1994. Kapstadt, die reichste Stadt des Kontinents, ist auch heute noch der Sitz des südafrikanischen Parlaments, auch wenn die Regierung in Pretoria sitzt.
Auf dem Balkon des Rathauses von Kapstadt hielt Mandela am 11. Februar 1990 nach 27 Jahren Haft seine erste große Rede in Freiheit. Hier sitzt die Filmindustrie Südafrikas, die inzwischen Dauergast in Hollywood ist, wenn es um die Nominierungen für den Oskar geht. Hier befindet sich mit der UCT eine der renommiertesten Universitäten Afrikas. Und noch immer sind hier führende Mediziner zu Hause - wo 1967 Christiaan Barnard die erste Herztransplantation vornahm.
Ein Hauptvorwurf an die rund drei Millionen Einwohner zählende Hafenstadt ist, dass sie nicht «wirklich Afrika ist». Tatsächlich dominierten hier seit Jahrhunderten Nachfahren der weißen Einwanderer. Mitte des 17. Jahrhunderts begannen Niederländer das Land zu besiedeln. Anfang des 19. Jahrhundertes machten die Briten das Gebiet zu ihrer Kolonie - erst 1931 erhielt Südafrika die formelle Unabhängigkeit von der britischen Krone.
Die Schwarzen, meist vom Stamm der Xhosa, wurden erst 1994 mit der Befreiung von der rassistischen Apartheid gleichberechtigte Bürger - was keineswegs ihre ökonomische Emanzipation bedeutete. Heute ist Kapstadt ein multinationaler und multikultureller Ort, Heimat auch vieler Schwarzer - ganz besonders vieler Künstler, Musiker und Intellektueller. Aber sicher, Kapstadt ist ebenso wenig typisch für Afrika wie New York für die USA, Barcelona für Spanien oder Frankfurt für Deutschland.
Ein Idyll ist Kapstadt trotz aller Schönheit sicher nicht - schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt erstreckt sich kilometerweit das Meer von windschiefen Wellblechhütten, eines der vielen Townships in der Region, in der die Masse der meist bitterarmen Schwarzen leben.
Die krassen Gegensätze Südafrikas dominieren auch Kapstadt. Auf der einen Seite die Strandpromenaden von Camps Bay oder Clifton mit teuren Appartement- und Villenvierteln, Hotels und Restaurants. Oder das frühere Werftviertel der Victoria & Alfred Waterfront mit seinen restaurierten Hafengebäuden und luxuriösen Einkaufszentren. Oder die Vergnügungsmeile der Long-Street im Stadtzentrum mit ihren viktorianischen Häusern. Auf der anderen Seite Townships wie Nyanga oder Gugulethu sowie die Cape Flats, wo sich in miesen Behausungen Familien meist in einem einzigen Raum drängeln, oft genug ohne Strom und Kanalisation.
Die Kapstädter loben ihre Stadt als «viel sicherer als Johannesburg». Wahr ist, das die erschreckend wuchernde Kriminalität am Kap fast genauso groß ist wie in Johannesburg - nur dass die Innenstadt und die überwiegend weißen Vororte als sicherer gelten als die Wirtschaftsmetropole mit ihren acht Millionen Einwohnern.
Das Spiel gegen Argentinien in Kapstadt müsste für deutsche Nationalmannschaft fast ein Heimspiel werden. Immerhin leben rund um den Tafelberg in der südlichsten Ecke Afrikas über 25 000 Deutsche - dabei sind die vielen zigtausend Deutschstämmige am Western Kap nicht einmal gezählt. Zumindest das Stadtbild Kapstadt wird schon seit WM-Beginn von deutschen Fahnen mit dominiert.
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