Motorsport: Schnell auf kleinen Rädern
AHAUS Angefangen hat alles vor sieben Jahren. Da hatte der damals zehnjährige Ricco Kaden im Fernsehen einen Bericht über Pocket Bikes gesehen und war von dieser Sportart begeistert. Seit damals nimmt der Motorsport einen immer größeren Raum in der Freizeitgestaltung der Ahauser Familie ein.
Ricco Kaden mit seinem Pocket-Bike. (Foto: Johannes Kratz)
"Wir sind eine Motorsportfamilie" sagt Vater Andreas. "Meine Frau und ich sind selber Motorrad gefahren und wollten daher Ricco seinen Wunsch erfüllen." Neben der inzwischen geschlossenen Kartbahn in Stadtlohn gab es aber im hiesigen Raum kaum Möglichkeiten, auf ein Pocket Bike zu steigen. Für den Straßenverkehr sind die Geräte nicht zugelassen. Die Ahauser sind daher auf Rennstrecken in den Niederlanden ausgewichen, hier fährt Ricco schon seit mehreren Jahren bei der niederländischen Pocketmeisterschaft mit. Das ist eine Serie von insgesamt neun Läufen, Beginn ist im März. Gefahren wird in sechs Klassen und pro Klasse sind in etwa 15 bis 20 Fahrer am Start.
"Wichtig beim Pocket Bike fahren ist eine gute Schutzausrüstung, ein konkurrenzfähiges Mini-Motorrad und technisches Verständnis, dann kann man sehr viel selber machen", weiß Ricco, der zurzeit eine Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker absolviert. Gefahren werden Pocket Bikes mit Motoren, die 40 bis 120 Kubikzentimeter Hubraum haben und maximal 16 PS leisten. Damit sind auf den Geraden Geschwindigkeiten von 100 Stundenkilometern möglich. Ricco Kaden schraubt jeden Tag eine Stunde an seinen beiden Sportgeräten herum, um neue Einstellungen zu testen und Verschleißteile zu wechseln. "Ein gutes Fahrrad kostet um die 1000 Euro, bei einem guten Bike muss man noch etwas drauflegen", deutet Vater Andreas an, dass das Hobby seines Sohns nicht ganz billig ist. Während der Saison ist die Ahauser Familie fast an jedem Wochenende unterwegs. "Ich kümmere mich um die Organisation und die Verpflegung", sagt Mutter Ilona. "Mein Mann ist für die Technik zuständig und filmt Training und Rennen."
Neue Rennklasse 2012 Ricco Kaden hat die Serie 2011 in der Klasse "Standard 40" auf Rang neun abgeschlossen und tritt jetzt in der Klasse "Open 40" an. "Da gibt es weniger Regulierungen und man kann die Maschinen besser tunen", freut sich der 17-Jährige auf die neuen Rennen. "Auf unseren kleinen Maschinen kommen wir schneller durch Kurven einer Piste als auf normalen Motorrädern. Die Kurvenlagen sind schon extrem". Angst vor Verletzungen oder Stürzen hat der Ahauser nicht. "Stürze kommen vor. Mir ist aber noch nie etwas passiert. Man kann beim Pocket Bike ja auch nicht tief fallen." jok


















