Schließung einer Grundschule: Die Entscheidung fällt im Februar
EMSDETTEN Bis Ende Februar wird entschieden, ob eine Emsdettener Grundschule ab 2013 auslaufen wird - und wenn ja, welche es trifft. Auf diesen Kernpunkt des SPD-Antrages zur Grundschulzukunft einigte sich die Politik im Schulausschuss am Montagabend nach einer emotionalen und von vielen Zuschauern begleiteten Debatte. Einstimmig. Einig waren sich die Parteien dabei aber noch lange nicht.
Die Eltern der Buckhoffschule verfolgten die Sitzung des Schulausschusses und forderten allen voran die SPD auf Transparenten zum Umdenken auf. (Foto: Christian Busch)
Denn für die SPD steht bekanntlich fest, dass aufgrund sinkender Kinderzahlen eine Grundschule zum Schuljahr 2016/2017 schließen muss. Und dass dafür aufgrund nicht diskutierbarer Faktoren und Vorgaben nur die Buckhoffschule in Frage komme.
Heißes Eisen
Die anderen Parteien wollten dieses heiße Eisen auch am Montag nicht in die Hand nehmen. Grüne und FDP schließen sich grundsätzlich dieser Meinung an - äußern sich aber öffentlich nicht konkret zu einem Standort, zu einem "Schließungskandidaten": Die FDP rückt ihre Idee einer Privatschule in den Vordergrund, die Grünen wollen die Liegenschaftsfrage bei einer Schließung nicht in den Vordergrund stellen.
CDU: Völlig offen
Die CDU geht noch weiter: Es gebe derzeit so viel Bewegung in der NRW-Schulpolitik, da wäre eine Festlegung zum jetzigen Zeitpunkt fatal. "Ob am Ende der Diskussion die Schließung einer Grundschule steht, ist völlig offen - und dabei spreche ich auch für meine Fraktion", erklärte Matthias Cieslak.
Dass die Diskussion (die seit einem Jahr hinter verschlossenen Türen und in der EV stattfindet, am Montag erstmals offiziell öffentlich geführt wurde) spätestens Anfang 2012 in einer Entscheidung münden müsse, betonte Fachbereichsleiter Elmar Leuermann.
Deutlich weniger Schüler
Dass zum Schuljahr 2013/14 in irgendeiner Form gehandelt werden müsse, wollte er anhand einiger Zahlen verdeutlichen: 2002 hätte es in Emsdetten 505 I-Männchen gegeben, 2016 werden es 275 sein. Die Gesamtzahl der Grundschüler wird von 1951 im Jahr 2000 auf dann noch 1174 sinken. Als Schulträger müsse sich die Stadt die Frage stellen, ob da acht Grundschulen gehalten werden können. Wobei auch Leuermann gebetsmühlenartig wiederholte: Alle Schulen leisten gute Arbeit, eine mögliche Schließung sei nur Folge sinkender Schülerzahlen.
Zwei Neuigkeiten
Hierbei spielten gesetzliche Rahmenbedingungen, Schulwege, besondere Ausrichtungen und auch Grundstücks- und Gebäudefragen eine Rolle. Dabei konnte er nach Gesprächen mit der Bezirksregierung zwei Neuigkeiten bestätigen. Erstens: An der Paul-Gerhardt-Schule wird 2012 auf jeden Fall eine Eingangsklasse gebildet. Zweitens: Die Bezirksregierung drängt darauf, dass es weiter mindestens eine nicht-konfessionelle Schule geben muss.
Denkbar seien künftig viele Konstellationen - auch eine Neugründung bei Schließung zweier Schulen. Im Februar wird die Verwaltung ein Dossier vorlegen, das die Fragen der Politik beantworten und damit alle nötigen Daten für eine Entscheidung liefern soll.
















