Über 150 Seiten: Die Stadt legt ein Dossier zur Grundschulstruktur vor
EMSDETTEN Das gab´s so noch nie: Zur Vorbereitung der politischen Debatte über eine Grundschulschließung hat die Verwaltung alle Zahlen, Daten, Fakten und Hintergründe zusammengetragen. Herausgekommen ist ein Großstadt-Telefonbuch-dickes Dossier - mit spannendem Inhalt.
Übergaben am Freitagmorgen eines der ersten Exemplare des umfangreichen Dossiers zur Grundschulsituation an die Emsdettener Volkszeitung: Bürgermeister Georg Moenikes (l.) und sein Allgemeiner Vertreter Elmar Leuermann. (Foto: Christian Busch)
"Unser Anspruch war es, alle Informationen zusammenzutragen, die für die Entscheidungen zu einer zukünftigen Grundschulstruktur relevant sein können", erklärt Fachbereichsleiter Elmar Leuermann.
Beeindruckendes Ergebnis
Das Ergebnis ist durchaus beeindruckend und geht in Umfang und Tiefe weit über das Maß einer üblichen Beschlussvorlage hinaus: Auf über 150 Seiten stellt die Verwaltung die aktuellen rechtlichen Grundlagen und Optionen dar, schaut auf absehbare Veränderungen und stellt die acht Grundschulen inklusive der individuellen Profile vor. Vorgaben des Schulentwicklungsplanes werden ebenso beleuchtet wie Auswirkungen von Klassenrichtzahlen nach dem "Neuen Konzept NRW".
Umfangreiche Analyse
Es wird analysiert, wie viele Klassenräume es gibt - und wie viele künftig benötigt werden. Die Schulwege - und wie diese sich verändern, würde eine Schule geschlossen - sind Thema, die Schülerbeförderungskosten, die Schulwegsicherung, die Unterhaltungskosten, die Entwicklung der OGS. Selbstverständlich wird auch der Aspekt bewertet, der im Vorfeld der eigentlichen Debatte für die hitzigste Diskussion vor allem bei den Eltern der Buckhoffschule gesorgt hatte: Wie gut kann welches Grundschulareal anders genutzt, bzw. verwertet werden?
Apropos bewertet: Die Verwaltung kommt in ihrem Fazit aufgrund der Geburtenentwicklung zu dem wenig überraschenden Schluss, dass eine Grundschule aufgegeben werden muss. "Das "Ob" ist keine Frage", sagt Bürgermeister Georg Moenikes. Das "Wie" hingegen, die Frage, welche Schule warum geschlossen wird, sei eine politische Bewertung. Die müssten Schulausschuss und Stadtrat vornehmen.
Abwägung der Politik
Die Politik muss vor allem abwägen, welchen Stellenwert sie der Vermarktbarkeit der Standorte zubilligt. Denn diese Bewertung ist im Dossier klar vorgenommen worden: Im Vergleich mit der Kardinal-von-Galen-, der Emanuel-von-Ketteler- und der Paul-Gerhardt-Schule sammelt die Buckhoffschule die meisten Pluspunkte. Was mit Blick auf ihre Zukunft in diesem Fall eine schlechte Nachricht ist.
Weitere Informationen am Samstag in der Emsdettener Volkszeitung.
















