Acht Grevener vor Gericht: Brüder sollten Streit schlichten
GREVEN Eine brutale Auseinandersetzung zwischen türkischstämmigen Grevenern und Kurden aus Rheine wurde Montag vor dem Jugendschöffengericht in Rheine verhandelt. Gefährliche Körperverletzung lautete der Tatvorwurf gegen die acht Grevener im Alter von 17 bis 27 Jahre.
(Foto: dpa )
Messer und Totschläger
„Ich trug ein türkisches T-Shirt und eine türkische Kette“, sagte der 17-Jährige. Das hätten die Rheinenser zum Anlass für den Streit genommen: „Komm, wir zeigen denen, wer wir sind. Wir sind Kurden“, und die Rheinenser wären auf die Grevener losgegangen. Sie hätten Messer und Totschläger dabeigehabt.
Die vier seien Richtung Innenstadt geflohen und hätten per Handy ihre älteren Brüder zu Hilfe gerufen. Als die Brüder mit zwei Bekannten in Emsdetten eintrafen und alle acht am Bahnhof wieder auf die Rheinenser trafen, wollten die Älteren die Angelegenheit für die „Kleinen“ klären. Die Auseinandersetzung sei eskaliert, als ein Rheinenser nicht nur reden wollte, sondern wieder einen Schlagstock zückte.
Stich ins Bein
Dem 18-jährigen Angeklagten habe ein Angreifer ein Messer in die Brust gestochen: „Mein linker Brustmuskel wurde verletzt. Ich habe kein Gefühl mehr und das bleibt auch so.“ Der 17-Jährige – zur Tatzeit 15 Jahre alt – erlitt einen Messerstich ins Bein. Er musste zwei Wochen im Krankenhaus behandelt werden. Nach Beratung mit Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Jugendgerichtshilfe, stellte das Jugendschöffengericht das Verfahren gegen alle acht – zum Teil vorbestraften – Angeklagten ein. In Kürze wird der Prozess gegen die Rheinenser vor dem Jugendschöffengericht stattfinden.













