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Medienhaus Lensing
18.04.2010 13:48 Uhr
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Streitfall Spielplatz: Einige Anwohner haben keine Lust auf Kinder an der Antoniusstraße

GREVEN Zwei Brüder kicken am Freitagnachmittag ihren Fußball über eine Wiese an der Antoniusstraße. Dort soll es bald mehr geben als Gras und Gänseblümchen: einen Spielplatz für ältere Kinder.Von Martina Stephany

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Loy (l.) und Eyk (r.) Dönne freuen sich auf den Spielplatz Antoniusstraße. Einigen Erwachsenen geht es anders. (Foto: Martina Stephany)

Loy und Eyk Dönne, 13 und elf Jahre alt, finden es „voll gut“, dass sie in wenigen Wochen eine Torwand haben werden, auf die sie schießen können. „Aber ich fände auch eine Tischtennisplatte oder einen Basketballkorb gut“, sagt Loy. Am Montag können die beiden Jungs abstimmen, für welche Spielgeräte die Stadt beim „Spielplatz Antoniusstraße“, der eigentlich an der Straße „Im Marktesch“ liegt, Geld ausgeben soll.

Auf Stellwänden stellen Maria Muhle vom Jugendamt und Andre Sittinger von der Abenteuerkiste mögliche Objekte von verschiedenen Firmen vor. Eigentlich sollen die Kinder des Bezirks auswählen, was dort hinkommen soll. Aber erst einmal belagern Erwachsene die Stellwände. Nicht alle Anwohner sind von dem Plan mit dem Spielplatz begeistert.

Spielplatz kommt zu spät


Elisabeth Reinke zum Beispiel. Sie wohnt in der Nähe und hat zwei erwachsene Kinder. „Der Spielplatz kommt zehn Jahre zu spät“, sagt sie. „Hier wohnen doch nur alte Leute.“ Die Zahlen sagen etwas anderes. Im Spielbezirk Greven-Ost wohnen 178 Kinder unter fünf Jahren, 174 Kinder von sechs bis zehn und 186 Kinder zwischen elf und 14 Jahren.

Der neue Spielplatz liegt zwischen den Spielbezirken Greven-Ost (Weberstraße) und Martkesch (Gerburgisstraße). Beide Plätze sind für jüngere Kinder gedacht. „Daher setzen wir an der Antoniusstraße auf Trendspielgeräte für ältere Kinder zwischen zehn und 15 Jahren.“
Doch Elisabeth Reinke hat noch mehr Probleme mit dem Platz. Woher die Stadt das Geld nehmen wolle, sei ihr schleierhaft.

Gefahr für die Garagen?

Außerdem mache sie sich Sorgen, dass der Platz abends ein Treffpunkt für Jugendliche werden könnte. Auf Trinkgelage und Lärmbelästigung habe sie keine Lust. Ein anderer Anwohner sieht Gefahr für seine Garagen. „Die Kinder zielen jetzt schon ständig mit dem Ball darauf“, sagt er. Von den Schmierereien ganz zu schweigen.

Maria Muhle kennt solche Bedenken von Anwohnern schon. „Es ist immer etwas komisch, wegen eines Spielplatzes so angegangen zu werden“, sagt sie. „Dabei sollten wir einfach die Kinder sprechen lassen.“ 25 Kinder trudeln im Laufe des Nachmittags ein. Sie entscheiden: Ein Tornetz soll her, Turnstangen für die Mädels, ein großes Klettergerät und eine Wippe.

Auch Tischtennisplatte auf neuem Spielplatz

Anstelle von klassischen Bänken gibt es Baumstämme und große Sandsteine als Sitzgelegenheiten. Auf Anregung der Jungs Loy und Eyk soll es auch eine Tischtennisplatte geben, die an anderer Stelle nicht mehr gebraucht wird. Bis die Brüder Tischtennis und Fußball auf der Wiese spielen können, dauert es allerdings noch etwas. Wenn alles klappt, können sie im Herbst die großen und kleinen Bälle mitbringen.

KOSTEN:
  • Insgesamt hat die Stadt ein Budget von 30.000 Euro für den Spielplatz Antoniusstraße.
  • Die Spielgeräte selbst kosten 18.000 Euro.
  • 9000 Euro sind für einen Zaun zur Straße und für die Bauarbeiten veranschlagt.
  • Für Bäume und Geländeerschließung sind 3000 Euro eingeplant.



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