Heinz Theissing will eine Rentner-Partei gründen
GREVEN Das Haus liegt einmalig mitten in der Herberner Landschaft. Ein perfekter Altersruhesitz. Nur macht der Bewohner Heinz Theissing (65) gar keine ernsthaften Anstalten, sich zur Ruhe zu setzen.
Rentner Heinz Theissing blickt in die Zukunft und will mitgestalten. Deshalb arbeitet er an der Gründung des Bezirksverbands Münster der RRP. Riese
Die RRP ist nicht das erste ehrenamtliche Projekt von Heinz Theissing. Bekannt geworden ist er bereits mit seinem Engagement für Bau und Betrieb von Schulen in Kenia. Aus Afrika will er sich nun allmählich zurückziehen und bei der RRP einbringen.
Mehr Gerechtigkeit
„Renten sind ein Thema, das jeden betrifft. Nicht nur die Rentner, genauso auch die Jüngeren, denn die geben schließlich jeden Monat einen beträchtlichen teil von ihrem Lohn an die Rentenkasse ab“ – Heinz Theissing hofft darauf, dass er nicht nur Rentenbezieher, sondern auch Beitragszahler ansprechen kann. Es schimmert durch jeden seiner Sätze: Er wünscht sich mehr Gerechtigkeit.
Politik der kleinen Schritte
Dass bei diesem Streben Klappern zum politischen Geschäft gehört, hat er schnell begriffen. Seit 2004 haben die Renten 15 Prozent an Kaufkraft verloren, erklärt er ganz ruhig. Etwas lauter schimpft er über Diätenerhöhungen, die „basisfremde“ Politiker für sich selbst regeln.
Die „Fremdrenten“ beklagt er, also die Zahlungen der Rentenkasse, denen keine persönlichen Einzahlungen des Empfängers gegenüber stehen. Rentenerhöhungen möchte er mit Festbeträgen gestalten, die den kleinen Leuten anteilig mehr bringen als den Beziehern hoher Renten – das ist seine persönliche Meinung, betont er. Aber gerechter wäre es, schiebt er nach.
Die Bildungspolitik hat er auf dem Schirm, damit Deutschland nicht die Fachkräfte als Fundament auch der Rente ausgehen Und, das sagt Heinz Theissing zwei Mal: „Ich möchte nicht, dass die Enttäuschten zur Linkspartei wandern.“ Auch wenn er mit der RRP auf eine „Politik der kleinen Schritte“ setzt, Wunder nicht versprechen will und kann.
Kleine Schritte
Kleine Schritte, so wie er Jahr für Jahr seiner eigenen Rente näher kam. 40 Beitragsjahre hat der gebürtige Grevener auf der Karte, zuerst als Angestellter, später als Selbstständiger mit gesetzlicher Versicherung. In der Baubranche war er Unternehmer, dann vier Jahre krank, dann Taxiunternehmer in Münster, bis er mit 60 Jahren dank des Schwerbehinderten-Ausweises in Rente ging. Zwei Kinder und vier Enkel hat er heute. Ende der 70er Jahre saß er kurz für die SPD im Grevener Stadtrat.
Auf die RRP kam er durch Medienberichte über die Gründung des NRW-Landesverbands und suchte Kontakt. „Ich hatte mir schon seit Jahren gedacht: Da müsste man doch eine Partei gründen“, sagt er über seine Motive. Jetzt rührt er die Werbetrommel, sucht Gleichgesinnte, will öffentliche Veranstaltungen organisieren, die Gründung des Bezirksverbands Münster voran bringen. 20 Millionen Rentner – „ich denke, bei der Bundestagswahl können wir die Fünf-Prozent-Hürde überwinden“, sagt er. Mit den Alten und den Jungen. Denn für ihn ist klar: Beim Thema Rente sitzen alle in einem Boot.











