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Medienhaus Lensing
11.03.2010 06:59 Uhr
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Entwicklungsarbeit: Junge Menschen helfen in Simbabwe

KREIS STEINFURT „Ich würde anders unterrichten, wenn die Erfahrung aus Simbabwe nicht gewesen wäre“, zitiert Jan Henrik Dankerl eine Lehrerin, die im gleichen Hilfsprojekt wie er selbst einmal tätig war. Es geht um etwa sechswöchige Einsätze in Simbabwe in diesem Jahr, auf die jetzt wieder 13 junge Menschen aus dem Kreis vorbereitet werden.Von Peter Umlauf

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Lebensmittelanbau in der Nähe von Schulen in Simbabwe: Dafür setzen sich Friedrich Paulsen, Innocent Katsiga, Dr. Reinhold Hemker und Jan Hendrik Dankerl (v.l.) mit ihren Unterstützern ein. (Foto: Peter Umlauf)

Dankerl machte wie alle eingesetzten Helfer die Erfahrung, dass die afrikanischen Kinder sehr bildungshungrig sind „In Simbabwe laufen manche Kinder täglich anderthalb Stunden lang zu Fuß zur Schule. Da bekommen sie ein anderes Verhältnis zum Unterricht als unsere Kinder, die sich beschweren, wenn der Schulbus nicht pünktlich kommt“, erläutert Dankerl.

Der Kulturschock sei eine wichtige Erfahrung, berichtet Friedrich Paulsen, auch ein früherer Projektmitarbeiter in Simbabwe. „Man kann sich nicht mehr so waschen, wie man es aus Europa kennt“, plaudert er aus der Erfahrung. So ein Aufenthalt verändere auch die Ernährungsgewohnheiten, berichtet Dankerl: „Man lebt gesünder und isst mehr Obst.“

Nahrungsmittelversorgung soll verbessert werden

Rund um die Nahrungsmittel dreht sich auch das aktuelle Projekt. „In Kintyre soll die Nahrungsmittelversorgung rund um die Schulen verbessert werden“, erläutert Dr. Reinhold Hemker, Präsident der Deutsch-Simbabwischen Gesellschaft. Damit wird die Ernährung der Schüler auch unabhängig von den Supermärkten und den unvorhersehbaren Preisentwicklungen ihrer Produkte.

Die Idee ist, den Nahrungsmittelanbau als praktische Fortsetzung des Schulunterrichts zu entwickeln. Bei den Schulen nämlich wird die Basis für diese Arbeit gelegt. „Auch hier gilt es, Produktionsnetze vor Ort zu schaffen“, erläutert Dankerl. Für die Errichtung der Schulgebäude werden die Ziegel aus Lehm im Dorf produziert, mit den Bewohnern der Boden der Schulgebäude errichtet und dann die Dächer aus Stroh gedeckt.

Anlage von Schulgärten

Innocent Katsiga, Geschäftsführer der Zimbabwe Workcamp Association (ZWA), ist zurzeit im Kreis Steinfurt unterwegs, um über die Arbeit vor Ort in Afrika zu berichten. Weitere Aspekte des Projekts sind die Unterstützung von Einrichtungen für Behinderte, ein umfangreiches Programm für die Versorgung mit Schulbüchern und die Anlage von Schulgärten.

Wie stark der lokale Lebensmittelanbau in die internationale Exportwirtschaft eingebunden ist, macht Dankerl deutlich. „Die Lebensmittelimporte aus Europa mit staatlichen Exportsubventionen machen den Anbau und die Vermarktung vor Ort in Afrika kaputt“, erläutert er.
  • ZUR SACHE:
    Die im auch Kreis Steinfurt bekannte „Aktion Humane Welt“ (AHW) ist ein langjähriger Partner der „Zimbabwe Workcamp Association“ (ZWA). Insgesamt 13 jungen Menschen aus dem Kreis Steinfurt, Schüler und Studenten, kommen in diesem Jahr in dem afrikanischen Land zum Einsatz. Sie helfen mit bei einem Agrarprojekt in Kintyre, etwa 25 Kilometer südlich der Hauptstadt Harare.

    Die Abwicklung erfolgt über das AHW, Unterstützung kommt vom evangelischen Kirchenkreis Steinfurt, Coesfeld, Borken, dem Land NRW, dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und vielen Einzelspendern.
  • Informationen hält Reinhold Hemker bereit, Tel. 0171 2 65 89 89, und beantwortet Fragen auch per E-Mail: k.hemker@t-online.de


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