Schwerpunkt 2012: Kreis saniert Straßen
KREIS STEINFURT Blickt Stephan Selker, Leiter des Kreisstraßenbauamtes, auf das vergangene Jahr zurück, fallen ihm zuerst die feierlichen Verkehrsfreigaben ein: "Wir konnten vier Großprojekte zu Ende bringen."
auarbeiten an der K 31n in Lienen. Die Nordumgehung ist abgeschlossen. In diesem Jahr stehen nur wenig neue Projekte an. Das Straßenbauamt konzentriert sich mehr auf die Sanierung der Kreisstraßen. (Foto: Archiv)
Selker nennt die K 31n (Nordumgehung Lienen), die K 24n (den südlichen Teil der Westumgehung Laggenbeck), den zweiten Abschnitt der K 50n (Südumgehung Altenberge), und den zweiten Bauabschnitt des Bahntrassenradweges zwischen Steinfurt und Horstmar.
Für 2012 stehen einige neue Projekte an. Selker zählt auf: Die Umbauplanung für die K 2, Lienener Straße in Lengerich auf einer Länge von etwa 9 00 Metern. Die K 6, Talstraße in Ibbenbüren mit dem Neubau der Brücke über die Bahnlinie Rheine- Osnabrück oder die nördliche Weiterführung der K 24n als Westumgehung Laggenbeck.
Ein Schwerpunkt in 2011 war die vollständige Zustandserhebung aller Kreisstraßen. Über 300 Kilometer Kreisstraßen wurden als sanierungsbedürftig eingestuft. In den nächsten zehn Jahren wäre dafür eine Investitionssumme von etwa 36 Millionen Euro erforderlich.
35 Brücken marode
Die Zustandserhebung der Brücken an Kreisstraßen zeigte, dass mindestens 35 der etwa 190 Bauwerke (Brücken, Stützmauern etc.) sanierungsbedürftig sind. Hier wäre ein Investitionsvolumen von zehn Millionen Euro bis 2020 erforderlich.
Die ersten 2,6 Millionen Euro sind bereits im Kreishaushalt 2012 eingestellt. Stephan Selker: "Unser Arbeitsschwerpunkt beim Kreisstraßenbau wird sich in den Jahren bis 2020 zunehmend in die Sanierung des Bestandsnetzes verlagern."
Ein Dauerbrenner bleibt das Thema Radwege. In Mettingen soll in 2012 die Planung für den Radweg K 41, "Schwarze Straße", abgeschlossen werden.
Größere Radwegemaßnahmen, bei denen auch das Land zuschießt, würden an der K 37 am Radweg "Bardelgraben" in Hopsten und an der K 73 in Metelen am Radweg "Langenhorster Damm" umgesetzt.
Fortgesetzt werde auch die Erfolgsgeschichte des Bürgerradwegeprogramms. Nach wie vor stellt der Kreis Steinfurt bis zu 400 000 Euro pro Jahr zur Verfügung, um Radweginitiativen zu unterstützen. Amtsleiter Stephan Selker freut`s: "Bisher konnten wir damit jedes Jahr 20 Kilometer Radwege fördern. Ich gehe davon aus, dass dies auch in 2012 wieder voll ausgeschöpft wird".
Die Westumgehung
Was der Chef des Kreisstraßenbauamtes nicht nennt, sind Projekte, die gestorben sind, aber in manchen Kommunen durchaus präsent sind.
Das wäre zuerst die Westumgehung in Emsdetten zu nennen. Die Bürgerinitiative ProWestumgehung in Emsdetten ist entsprechend sauer, dass der Kreis sie totschweigt: "Wieder einmal wird die Westumgehung in Emsdetten verschwiegen."
Die K 57n
Trotz der spektakulären Entwicklung dieses Projektes für die Bürgerinitiative erneut ein Zeichen der Taktik des Kreishauses bei ungeliebten Vorhaben. Michael Wissing von der BI in Emsdetten: "Wir erleben und beobachten dieses Vorgehen seit Jahren, verschweigen, verschieben und immer wieder hinhalten."
Ebenso erzürnt sind Bürgerinitiativen in Neuenkirchen, die sich für die K 57n stark machen, eine Kreisstraße, die die Autofahrer von Ochtrup nach Rheine an Neuenkirchen vorbeiführt.
Sie hätten gern gesehen, dass Mittel für die weitere Planung bereitgestellt werden. Aber auch dieses Projekt ist im Kreis zunächst einmal auf Eis gelegt worden.










