Tanzen statt Torkeln: Kreisweite Kampagne gegen Alkohol
STEINFURT Karneval steht vor der Tür: Eine Zeit, in der sich Party an Party reiht. Damit Minderjährige diese Feten nicht für ungesunde Ausschweifungen nutzen, haben Kreis, die Kommunen, die Polizei und Suchtberatungsstellen ein Projekt gegn Alkoholmissbrauch aufgelegt.
Der Kreis Steinfurt startet eine Kampagne gegen Alkohol. (Foto: dpa)
Aufgrund der Zunahme von riskantem Alkoholkonsum und der Zahl eingelieferter Jugendlicher in diesem Zusammenhang, stelle sich die Frage: „Was kann man tun?“ Iris Wibbeler vom Jugendamt des Kreises stieß bei der Recherche zu diesem Problem auf die Kampagne „Tanzen ist schöner als Torkeln“, die seit 2005 „mit großem Erfolg“ in der Stadt Rheine läuft. Schon der Name des Projekts sei ein positives Signal: „Es gibt hier kein ‚Halt!‘ oder ‚Stopp!‘“ sagt sie und auch Joachim Jüngst von der Aktion Selbsthilfe fügt hinzu: „Es geht nicht um Alkohol generell, sondern um Alkohol in den falschen Händen.“
Informationsmappe
Das Konzept der Kampagne baut auf Information und den Appell an das Verantwortungsbewusstsein der Erwachsenen. Jeder Veranstalter einer Party bekommt eine Informationsmappe zugeschickt. Neben grundsätzlichen Informationen über die wichtigsten zu beachtenden Gesetze enthält sie Checklisten zur Kontrolle von wichtigen Punkten während der Veranstaltung und zusätzlich Empfehlungen für die Planung davor.
Außerdem liegt eine Liste mit Ansprechpartnern vor, um die Kommunikation bei Fragen oder Problemen einfach zu halten. Auch Verkaufsstellen wie Tankstellen erhalten auf Anfrage das Material, dem zusätzlich Sticker beiliegen, die angebracht werden können und somit signalisieren, dass das Projekt unterstützt wird.
Jugendschutz im Fokus
„Dass Telefon steht nicht mehr still“, sagt Iris Wibbeler. Sie freut sich, dass das Projekt nach dem Erfolg in Rheine jetzt kreisweit schon so großen Zuspruch findet. Auch Richard Wiesmann von der Kreispolizei liegt die Kampagne am Herzen: „Der Begriff ‚Jugendschutz‘ ist hier total wichtig. So etwas gehört dazu, um dafür zu sorgen, dass Kinder sicher nach Hause kommen.“ Auch das Konzept gefällt ihm gut: „Die Kampagne ist geeignet, um ein Bewusstsein zu schaffen, eine Kultur des Hinsehens“, so der Leiter des Kommissariat Vorbeugung.
Trotzdem: „Ein Sinneswandel geht nicht auf Knopfdruck. Wir müssen am Ball bleiben“, sagt Thomas Kubendorff. Und so gibt es seitens der Kampagne auch schon Pläne für die Zukunft, etwa ein Lehr-Film zur Schulung von Personal. Zunächst kommt jedoch der Karneval und „da werden wir viele Wagen mit dem Logo sehen“, verspricht Iris Wibbeler.










