Leere Kassen: Ausschuss diskutiert Einstellung eines Wirtschaftsförderers
OCHTRUP Leistungen, allen voran die freiwilligen, kritisch auf den Prüfstand stellen und in diesem Bereich keine neuen Fässer aufmachen, sofern sie nicht kompensiert werden können – das soll der Leitgedanke für das politische Handeln mit leeren Haushaltskassen sein.
Wofür noch Geld ausgegeben werden kann und soll, diskutierte der Haupt- und Finanzausschuss am Mittwoch. (Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa))
Für FDP-Fraktionschef Klaus-Werner Heptner waren Sparmaßnahmen ebenfalls das Gebot der Stunde: „Wir wollen nicht alles platt machen, aber auch nichts obendrauf satteln.“ Vermeintlich positive Entscheidungen, etwa zugunsten von Familien, könnten „im Moment“ eine Entlastung sein, „aber die Kinder tragen die Schulden“, sagte Heptner. Man müsse schnell wieder Spielraum bekommen.
Soziale Verpflichtung gegenüber dem Bürger
Hajo Steffers, Fraktionschef der CDU, zog den Vergleich zum eigenen Geldbeutel: „Wir können nicht mehr ausgeben als wir haben.“ Werner Kempers (SPD) fand, der Vergleich hinke: „Wir haben auch eine soziale Verpflichtung gegenüber dem Bürger.“ Es sei eine Frage der Priorität, Strukturen müssten erhalten bleiben. „Diskussionen ergebnisoffen führen und überlegen, ob vorhandene Standards noch die richtigen sind“, wollte SPD-Fraktionschef Martin Wilke.
Zu einem „Wunschkonzert“, wie Steffers es formulierte, geriet die Sitzung also nicht. Vielmehr überlegte der Ausschuss, an welchen Stellen gespart werden könne. Dazu brachte unter anderem Ludger Gaupels (CDU) die hohen Unterhaltungskosten im Vergleich zu geringen Mieteinnahmen bei städtischen Wohnungen ins Gespräch.
Gewerbetreibende nach Ochtrup holen
Beispielsweise fahre ein Haus an der Prof.-Gärtner-Straße jedes Jahr Verluste ein. Wenn es keine Möglichkeit gebe, die Miete zu erhöhen, müsse über einen Verkauf nachgedacht werden. Der Sparwille allein reiche nicht aus, meint FWO-Fraktionschef Jörn Oberndörfer: „Wir müssen auch darüber nachdenken, wie wir aus der Talsohle wieder rauskommen.“ Seine Forderung: den Mittelstand stärken und Gewerbetreibende mit Unterstützung eines Wirtschaftsförderers nach Ochtrup holen.
Im Gegensatz zu den Freien Wählern nimmt die CDU Abstand vom Gedanken eines solchen Fachmanns. „Im Ziel sind wir einig, im Weg nicht“, erklärte Gaupels. Heptner hatte zuvor eine klare Darstellung darüber gefordert, „was ein Wirtschaftsförderer machen und leisten soll“. Die FDP sieht diese Aufgabe bevorzugt bei der Verwaltungsspitze angesiedelt.
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