Notfallpraxis: Der harte Winter kostet noch mehr Zeit auf dem Weg
OCHTRUP Die Regelung der notärztlichen Versorgung verursacht den Vertretern von Politik und Verwaltung gewaltige Bauchschmerzen.
Artikel aus diesem Ressort
Die erfolgte Zentralisierung der Notärzte förderte neben den ohnehin langen Anfahrtswegen angesichts des harten Winters ein weiteres Problem zutage. Aus seiner Erfahrung mit der Teilnahme am Rettungsdienst erläuterte der Chefarzt des Pius-Hospitals, Dr. Klaus Innig, aufgrund der Wetterverhältnisse hätten sich deutlich längere Anfahrtszeiten erbeben.
Einsparmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden?
Innig sprach von einer subjektiven Einschätzung, gleichwohl: Bei eisglatter Fahrbahn könnte sich jeder ausrechnen, dass man Ochtrup von Steinfurt aus nicht in zehn Minuten erreichen kann. „Und im Zweifel zählt jede Sekunde.“ Mit dem jetzigen Stand könne man sich nicht zufrieden geben. Er brachte als „Denkanstoß“ ins Gespräch, über Einsparmöglichkeiten an öffentlichen Gebäuden nachzudenken, um für Ochtrup eine akzeptable Notarztlösung finanzieren zu können. „Fünf Prozent weniger und wir hätten die Kosten raus.“
Skeptisch reagierten Christa Lenderich (CDU) und Paul Laumann (SPD) auf die Finanzierung durch den städtischen Haushalt. „Es kann nicht sein, dass wir als Stadt Dinge übernehmen, die von anderen abgegeben werden. Uns sind finanzielle Grenzen gesetzt“, sagte Lenderich. Laumann setzte auf das entsprechende Gewicht der drei Ochtruper Kreistagsabgeordneten und meinte, der Haushalt sei „die allerletzte Stelle“, auf die zurückgegriffen werden sollte.
"Wieviel ist ein Menschenleben?"
Der Erste Beigeordnete Kai Uffelmann beurteilte eine städtische Beteiligung ebenfalls mit Vorbehalt: Die Frage sei, wo das Geld herkommen könnte, außerdem hätte sich dies andernorts nicht bewährt. Die Ausschussvorsitzende Elisabeth Wilger schloss die Diskussion zu diesem Thema mit der Frage ab: „Wie viel ist uns die Gesundheit wert, wieviel ein Menschenleben?“












