Musical Robin Hood: Fabrik-Theater startet - Bruder Tuck stellt sich vor
WETTRINGEN Bernd Stienemann hat es geahnt. Nicht, dass er sich besonders angestrengt hätte, um eben genau diese Rolle in "Robin Hood" zu bekommen. Aber schon nach dem ersten Casting war für Fabrik-Theater-Regisseur Roland Busch klar: "Du musst den Bruder Tuck spielen."
Bernd Stienemann als Bruder Tuck. Er ahnte schon vorher, dass er diese Rolle spielen würde. (Foto: Wolter)
"Ich bin ja eher so ein spaßiger Typ", sagt Bernd Stienemann. "Und ich hab Power in der Stimme." Sein Bass passt zu dem dicken Mönch, der Robin Hood lallend und torkelnd gegenübertritt: In seinem ersten Auftritt mimt Stienemann den Betrunkenen.
Künstlicher Bauch
Wie das geht, zeigt er schon jetzt, lehnt sich zurück, schaut weinseelig in die Kamera. Nur der dicke Bauch fehlt noch. Weil Stienemann selbst keinen hat, muss er sich einen künstlichen Wanst anschnallen.
"Aber man muss auf dem Höhepunkt aufhören", meint er. "Sonst sagen die Zuschauer: Was ist das denn für ein alter Knacker?" Na ja, beim Musical sei das ja vielleicht nicht so schlimm, es würden ja auch ältere Schauspieler gebraucht. Den Ehrgeiz für eine Hauptrolle habe er aber nicht - oder vielleicht doch, später als Rentner?
Dönekes übernommen
"Wenn ich auf der Bühne stehe, bin ich in der Rolle, dann spiele ich mein Ding durch", sagt er. Dann müsse er sich nur konzentrieren, dass nicht die Pferde mit ihm durchgehen und er sich im Spiel verliert. Manches übernimmt er vom Bruder Tuck: "Die Dönekes, die ich bei meiner Arbeitsstelle mache..."
Seine Lieblingsszene in Robin Hood ist "sein Lied". "Salz der Erde" heißt es. Da versucht er die verzweifelten Gefährten aufzumuntern, als Robin im Kerker sitzt. Er ruft sie auf, allen Mut zusammen zu nehmen und ihren Anführer zu befreien. "Das ist ein Spiritual", sagt Stienemann. "Da wird abgerockt." Aber auch von den anderen Songs ist er fasziniert: "Da geht's ans Eingemachte."
Armdrücken mit fiesem Trick
Stienemann spielt den väterlichen Freund, der auch mal einen Streit schlichtet, aber auch selber ein Kämpfer ist. "Gegen Little John versuche ich mit unsauberen Mitteln ein Armdrücken zu gewinnen", erzählt er, wieder ganz der Tuck. "Ich lenke ihn ab und haue ihm ins Gesicht. Das hat nen guten Wums."
In der letzten Szene traut er Marian und Robin - kein Problem für den erfahrenen Kommunionhelfer Stienemann, der schon der Premiere entgegenfiebert. Er will, dass sein Schauspiel "rüberkommt", dass der Funke überspringt. Dann ist er glücklich auf den Brettern, die die Welt bedeuten.
Die Karten kosten 19 Euro, die Matineevorstellung (inklusive Menü) 50 Euro. Öffnungszeiten: montags bis freitags von 17 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr.
Karten können auch per Telefon reserviert werden: Tel. (02557) 92 73 50. Das Telefon wird ausschließlich während der Vorverkaufszeiten bedient. Danach informiert die Homepage über den an der Abendkasse verfügbaren Kartenbestand.
(Rest-)karten sind an den Aufführungstagen am Veranstaltungsort erhältlich.












