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Medienhaus Lensing
07.02.2012 14:39 Uhr
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Hintergrund: „Überall riecht man den Tod“ - Horror in Homs

Beirut Er hat das Blutbad in Homs selbst erlebt - und konnte flüchten. Schwer verletzt rettete sich der Syrer Abu Abedo über die libanesische Grenze und berichtet nun vom Horror in Homs, wo die Truppen des Assad-Regimes die Opposition brutal niederschlagen.dpa

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Eines der wenigen aus Syrien herausgeschmuggelten Fotos vom 17.8.2011 zeigt einen Panzer der Assad-Truppen in der Rebellenhochburg Homs. Foto: Shaam News Network (Foto: dpa)

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Er ist im sicheren Libanon angekommen. Schwer verletzt. Auf seinem Krankenhausbett erzählt Abu Abedo, ein Flüchtling aus Syrien, von den Schrecken in Homs. Seit Monaten wüten dort die Truppen von Präsident Baschar al-Assad. „Die Straßen sind von Leichen und Blut gesäumt“, berichtet Abedo. „Überall riecht man den Tod.“ Homs, sagt er, sei ein Katastrophengebiet.

Angst vor dem Regime

Abedo ist am Wochenende bei den blutigsten Kämpfen seit Beginn des Aufstandes vor elf Monaten verletzt worden. In einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur dpa berichtet er, wie Assads Sicherheitsmänner auf ihn und die anderen Demonstranten feuerten. Granatsplitter trafen Abedo am Rücken und am Bein. „Der Mann, der mich hielt, wurde getötet, ich wurde schwer verletzt“, sagt Abedo. Seinen wahren Namen nennt er nicht, aus Angst vor dem Regime.

Abedo berichtet von den Protesten im Baba-Amr-Viertel, von den „Schrecken und Massakern“ in Homs und von seiner Flucht. „Weil ich vom brutalen Regime gesucht werde, haben mir einige Aktivisten geholfen“, erzählt der 30-Jährige. „Mir ist es gelungen, über die libanesische Grenze zu kommen und dieses Krankenhaus zu erreichen.“ Abedo ist einer von wenigen Syrern, die sich in den Libanon retten konnten. Nun liegt er in der Klinik Dar al-Zharaa in Tripoli.

Keine Gnade

„Das Regime zerstört drei- bis fünfstöckige Gebäude über den Köpfen von Menschen und Kindern - ohne Gnade“, berichtet er. „Menschen sterben zuhauf. Kinder verlieren ihre Gliedmaßen, weil Ärzte nicht die nötigen Mittel haben, um sie zu behandeln.“ Medizin und Betäubungsmittel seien knapp, ebenso Blutkonserven.

In den großen Krankenhäusern von Homs würden die Menschen vom Regime kontrolliert. Das habe den Tod vieler Verletzter zur Folge, erzählt Abedo. Die Menschen fürchteten, festgenommen zu werden, wenn sie sich in den Kliniken behandeln ließen. Zwar bemühten sich die Oppositionellen um Abhilfe. „Unsere Aktivisten haben an verschiedenen Orten provisorische Kliniken eingerichtet“, berichtet Abedo. Einige seien aber unter Beschuss geraten.

Tausende Syrer suchen Zuflucht im Libanon

Seit Begin der Unruhen Mitte März haben tausende Syrer Zuflucht im Norden Libanons gesucht. Der Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen registrierte bis Januar 5039 geflohene Syrer.

Oppositionelle bestätigten der dpa, dass seit dem Wochenende mindestens fünf Verletzte aus Homs über die Grenze in den Libanon gebracht wurden. „Zwei der Verletzten sind in kritischem Zustand und werden in Krankenhäusern in Tripoli behandelt“, berichtet Abu Rabih, ein syrischer Aktivist in der Region.

Medienblockade macht Berichterstattung schwierig

Berichte aus Syrien sind wegen der Medienblockade und der Gewalt vor Ort nur schwer zu überprüfen. Die wenigen Journalisten, die im Land arbeiten, müssen mit Überwachung, aber auch mit Übergriffen rechnen.

Bei den andauernden Protesten gegen das Regime sind nach Angaben der Vereinten Nationen bislang mindestens 5600 Menschen getötet worden. Die Oppositionsgruppe Syrian Observatory for Human Rights setzt die Zahl der Opfer noch höher an: Sie spricht von 6800 Toten.


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