Paralympics: Martin Braxenthaler peilt erneut Gold an
DORTMUND 130 Kilometer die Stunde. So schnell rast Martin Braxenthaler die Piste herunter. Und das nicht auf gewöhnlichen Skiern, sondern auf dem Monoski. Einer individuell auf einem Ski angefertigten Sitzschale mit einer speziellen Federung für Sportler mit Behinderungen.
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„Es ist ideal – so knapp vor den Paralympics – sich an die Zeitverschiebung und die veränderten Schneeverhältnisse anzupassen“, erklärt Braxenthaler. Ohnehin sieht sich der 37-Jährige optimal vorbereitet für Vancouver. Das muss man auch sein, denn auf den Wettkampfstrecken können die Athleten nur 2-3 Testläufe fahren.
Entschärfte Pisten
Für den erfahrenen „Braxi“ ist das kein Problem. In vier Disziplinen misst sich der Surberger (Bayern), der bei den Paralympischen Spielen in Turin 2006 bereits drei Mal die Goldmedaille gewann, mit der internationalen Konkurrenz. In der Kombination, Super-G, Riesenslalom und Slalom werden in der Monoski-Klasse die Medaillen am Whistler Mountain in Vancouver vergeben. „Das ist die Strecke, wo auch die Damenabfahrt der Olympischen Spiele stattfand“, erzählt Martin Braxenthaler.
Allerdings mit entschärften Sprüngen. „Das würden wir nicht überleben“, weist der Paralympionike auf die Gefahren hin. Die Angst fährt weniger bei ihm mit, eher „der Rucksack, den mir die Medien aufschnallen“. Es geht um seine Favoritenrolle. „Ich sehe das eher nüchtern. In vier Jahren kann viel passieren und die Konkurrenz schläft nicht“, verdeutlicht Braxenthaler – der erfolgreichste Teilnehmer der Paralympics 2006.
Gunst der Stunde genutzt
„Es bringt nichts, wenn ich oben am Start mit dem Gefühl losfahre, dass ich Gold hole und dann im dritten Fähnchen einfädele,“ bleibt Braxenthaler realistisch, der seit 14 Jahren Monoski fährt. Nach einem Betriebsunfall 1994 sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Schon als Kind fuhr er gern Ski und wollte dies nicht missen. „Ich habe mit Monoski angefangen, um wieder mit meinen Kumpels Skifahren zu können“, sagt Braxenthaler. Dann ging alles sehr schnell.
1996 wurde er in den bayerischen Landeskader gewählt, zwei Jahre später dann sein erster großer internationaler Auftritt für Deutschland. Weil ein etablierter Sportler verletzt passen musste, berief der Bundestrainer Braxenthaler in das Team für die Paralympics 1998 in Nagano/Japan. „Dann habe ich die Gunst der Stunde genutzt und bin im ersten Rennen Dritter geworden.
Mit Bronze nach Hause
Es gibt Situationen, in denen man über sich hinauswächst und das war so eine Situation“, erinnert sich Braxenthaler, der prompt mit Bronze nach Hause fuhr. Hoffentlich gibt es bei den Paralympics wieder solche Situationen – wenn er wieder mit 130 Kilometer die Stunde die Piste runtersaust.












