Nervenstärke gefragt

Greven "Ich verkaufe keine Fahrstunde, die der Fahrschüler nicht braucht", erklärt Norbert Schortemeyer überzeugend.

Viele Eltern und Jugendliche werden bei solch einer Aussage, die hilft, die Kosten für Fahrstunden einzudämmen, erleichtert durchatmen. Immerhin kommen mittlerweile zwischen 1 200 und 1 500 Euro zusammen, wenn man den Führerschein macht. "Erst kürzlich hatte ich zwei Jungen von einem Bauernhof. Die kannten viele Dinge einfach schon durch das Trecker fahren".

Übernahme

Vor eineinhalb Jahren erst übernahm der 44-Jährige von seinem Kollegen Herbert Verlage dessen Fahrschule an der Barkenstraße. Verlage verabschiedete sich damals nach 35-jähriger Tätigkeit in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Domizil ist heute Kanada - nur noch ein bis zwei Monate pro Jahr ist er in Greven. "An seine Anfangszeit in der Fahrschule können sich vermutlich noch viele der damaligen Fahrschüler erinnern", sagt der junge Fahrlehrer. "Erstes Lehrfahrzeug war ein Porsche..."

Norbert Schortemeyer, der bereits eine Fahrschule in Reckenfeld besaß, startete in Greven zunächst mit Renovierungsarbeiten. Die Räume, in der die Köpfe der Fahrschüler dank verzwickter Fragen rauchen, wurde renoviert und umgestaltet. Eine große Schaufensterfassade lässt den Schulungsraum hell und freundlich wirken.

TÜV-Prüfung

"Da ich den Fahrschulunterricht mittwochs und donnerstags von 17.30 bis 20 Uhr halte und die Prüfungen nicht mehr in den Fahrschulräumen, sondern beim TÜV stattfinden, steht der Raum oft leer", erklärt der Grevener. "Ab dem 1.1.2008 wird das anders, dann nutzt Michael Bahrenburg einen Teil als Versicherungskaufmann parallel mit." Mit drei Motorrädern, zwei VW-Golf sowie einem Anhänger ist Norbert Schortemeyer mit seinen Schützlingen in Greven und Umgebung im Einsatz. Da heißt es dann für ihn ruhig bleiben und Nerven bewahren, wenn erste Fahrversuche von so manchem Schüler unternommen werden.

Doch den Langmut hat er, denn etliche Jahre konnte sich Norbert Schortemeyer auf seinen Beruf vorbereiten. Zunächst hatte er nach seinem Hauptschulabschluss eine Lehre zum Kfz-Mechaniker gemacht. Auch bei der Bundeswehr in Rheine - insgesamt war er 18 Jahre dort - startete er in der Werkstatt. Durch einen Zufall geriet er auf eine andere Schiene und machte binnen neun Monaten die Ausbildung zum Fahrlehrer. Alle Führerscheinklassen (Lkw, Motorrad, Bus und Auto) musste Schortemeyer danach vorweisen können und in Fächern wie Technik, Pädagogik sowie gesetzlichen Rahmenbedingungen fit sein.

2003 wurde er von der Bundeswehr freigestellt, zwei Jahre zuvor bereits wieder eingegliedert ins "normale" Leben. Während dieser Zeit machte er eine Ausbildung zum Bürokaufmann. Außerdem belegte er Seminare, um Punktesünder, Fahranfänger sowie Ausbildungsfahrlehrer unterrichten zu dürfen. Danach übernahm er die Fahrschule Komrowski in Reckenfeld, zunächst mithilfe eines Kollegen aus Telgte, der für die Fahrschulleiteraufgaben verantwortlich zeichnete.

Zwei Schulen

Schortemeyer musste erst einmal zwei Jahre hauptberuflich als Fahrlehrer tätig sein, um auch als Leiter einer Fahrschule anerkannt zu werden. So nennt Schortemeyer seit 2004 insgesamt zwei Fahrschulen sein Eigen.

"Was ich mir allerdings wünsche, ist, dass auch die Eltern meiner Schüler oder etwas ältere Personen zum Fahrschulunterricht erscheinen würden. Es hat sich so viel geändert. Viele sind gar nicht mehr auf dem Laufenden", sagt Schortemeyer. Sabine Windmann

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